Bundesgesundheitsblatt

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  1. Zusammenfassung

    Hintergrund

    Weltweit weisen gemeindepsychiatrische Versorgungskonzepte eine hohe Varianz auf.

    Fragestellung

    Wie unterscheiden sich die (vor)alpenländisch geprägten Regionen Bezirk Reutte/Tirol (Österreich) und das südliche Oberallgäu/Bayern (Deutschland) hinsichtlich ihrer gemeindepsychiatrischen Hilfen?

    Material und Methoden

    Quantitative Daten wurden mittels des European Service Mapping Schedule (ESMS) erhoben. Zusätzlich wurden 30 Experteninterviews (15 in jeder Region) durchgeführt und gemäß qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet.

    Ergebnisse

    Beide Regionen weisen kein psychiatrisches Krankenhaus in ihrem Versorgungsgebiet auf und auch die Angebote niedergelassener Psychiater und Psychotherapeuten sind sehr limitiert. In der Struktur der anderen Angebote zeigt das ESMS aber erhebliche Unterschiede, die sich auch in den Experteninterviews widerspiegeln.

    Diskussion

    Es ist zu fragen, ob sich in Regionen, in denen medizinisch-psychiatrische Angebote rarer werden, die Versorgung psychisch kranker Menschen in außerklinische Angebote verlagert, die die verschiedenen Lebenssphären der Betroffenen berühren und von Wohnen bis Selbsthilfe reichen.

    Fazit

    Die Untersuchung verdeutlicht, dass sich Struktur- und Prozessqualität vergleichen lassen, dass aber auf der Ebene der Ergebnisqualität klare Qualitätsindikatoren fehlen.

  2. Zusammenfassung

    In Deutschland haben der deutliche Ausbau und die häufigere Nutzung von Versorgungsangeboten in den letzten Dekaden nicht zu sinkenden Prävalenzen psychischer Störungen geführt.

    Zur Deutung dieses Phänomens werden drei Erklärungsansätze diskutiert: 1) Prävention und Versorgung sind mangelhaft und ineffektiv, 2) eine durch zunehmende gesellschaftliche Risiken wachsende Morbidität wirkt Versorgungserfolgen entgegen oder 3) ein psychologischer Kulturwandel bedingt sowohl die häufigere Wahrnehmung als auch Behandlung psychischer Symptome und Störungen. Zur Bewertung dieser theoretischen Erklärungsmodelle werden Ergebnisse aus Bevölkerungssurveys und Versorgungsforschung in Deutschland sowie die international geführte Debatte präsentiert und diskutiert.

    Für alle drei Erklärungsmodelle lassen sich Belege finden: 1) Probleme bei der Implementierung von Präventionsmaßnahmen, beim Zugang zu Behandlungsangeboten und bei deren Qualität sind dokumentiert, 2) Einflüsse der vielgestaltigen Entwicklung von gesellschaftlichen und kulturellen Risikofaktoren auf Häufigkeit und Folgenschwere psychischer Störungen können nicht ausgeschlossen werden und 3) die auch hierzulande steigende Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung hinsichtlich psychischer Störungen legt nahe, dass (Lebens‑)Probleme heute häufiger psychologisch interpretiert und behandelt werden.

    Zur Bewertung von Veränderungen in der Versorgungslandschaft und ihren Auswirkungen sollten neben Prävalenzen psychischer Störungen auch Inzidenzen (und deren potenzielle Verringerung durch Präventionsmaßnahmen) sowie Indikatoren des Behandlungsbedarfes (wie z. B. Funktionseinschränkungen) und der Mortalität (wie z. B. Suizide und verkürzte Lebenserwartung) berücksichtigt werden.

  3. Zusammenfassung

    Psychische Störungen gehören zu den häufigsten Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen, die Persistenzrate im Erwachsenenalter ist hoch, eine frühe Behandlung deswegen essenziell. Dennoch erreichen die bisherigen Behandlungsangebote in Deutschland nur ca. 50 % der behandlungsbedürftigen Kinder und Jugendlichen.

    Das Ziel dieser Arbeit ist es, darzustellen, aus welchen Gründen bisherige Versorgungsdefizite entstanden sind und mit welchen neuen innovativen Behandlungsansätzen diesen ggf. begegnet werden kann. Dazu erfolgte eine selektive Literaturrecherche in PubMed und Cochrane-Datenbanken. Ebenfalls flossen eigene Erfahrungen der Autoren in diese Arbeit mit ein.

    Es wird dargestellt, dass aufsuchende Behandlungsangebote im Ausland schon lange mit guter Evidenz angewandt werden. In Deutschland waren diese aufgrund der klaren Sektorengrenzen zwischen dem ambulanten und stationären Sektor bisher nicht möglich. Erst seit Inkrafttreten des Gesetzes zur Weiterentwicklung der Versorgung und der Vergütung für psychiatrische und psychosomatische Leistungen (PsychVVG) am 01.01.2017 sind nun auch sektorenübergreifende aufsuchende Behandlungsformen möglich und etablieren sich langsam in Deutschland – sowohl in der Regelversorgung, z. B. als stationsäquivalente Behandlung (StäB), einer intensiven Form des Home Treatment, oder aber in Projektform, wie im Continuum of Care School (CCSchool), einem Projekt, welches eine standardisierte schulbasierte Diagnostik mit dem Angebot einer Behandlung in der Schule verbindet.

    Durch die Möglichkeit des sehr viel engeren Einbezugs des Lebensumfelds der Kinder und Jugendlichen (Familie, Schule) stellen solche aufsuchende Behandlungsformen eine gute und regelhaft zu erwägende Alternative zur stationären Behandlung dar.

  4. Zusammenfassung

    Schizophrenie ist eine sehr komplexe psychische Erkrankung. Sie stellt das Versorgungssystem vor enorme strukturelle, therapeutische und gesundheitsökonomische Herausforderungen. Innovative Versorgungsmodelle für Schizophrenie können helfen, die Behandlung effektiver und effizienter zu machen.

    Das Ziel dieser Arbeit ist es, eine Übersicht zu evidenzbasierten und innovativen Versorgungs- und Behandlungsmodellen für Schizophrenie und schwere psychische Erkrankungen zu geben. Dazu erfolgte eine Literaturrecherche bezüglich Publikationen zu „Versorgungs- oder Behandlungsmodellen“ und „Schizophrenie“, „Psychosen“, „schweren psychischen Erkrankung“ der letzten 10 Jahre.

    Viele Publikationen informieren nicht oder nur wenig detailliert über das jeweils erprobte Versorgungsmodell. Innovative Versorgungsmodelle für Schizophrenie umfassen Early Psychosis Services (EPS) oder Modelle für schwere psychische Erkrankungen, in denen die Behandlungsmodelle Crisis Resolution Team (CRT), Assertive Community Treatment (ACT) und/oder (Intensive) Case Management (ICM) integriert, kombiniert und/oder weiterentwickelt wurden. Exemplarisch erläuterte innovative Modelle sind das Early Psychosis Prevention and Intervention Centre (EPPIC) in Australien, das Flexible-Assertive-Community-Treatment-Modell in den Niederlanden und das Therapeutische Assertive-Community-Treatment-Modell in Hamburg. Alle drei bieten eine regelhaft integrierte, spezialisierte und aufsuchend-nachgehende Versorgung.

    Der Umsetzungstand innovativer Versorgungsmodelle in Deutschland ist unzureichend, weder EPS noch ACT gehören zur Regelversorgung, CRT ist nun mit der stationsäquivalenten Behandlung nach §§ 39 und 115d (SGB V) finanzierbar. Bezüglich der integrierten Implementierung von CRT und ACT in Deutschland läuft aktuell eine klinische Studie zum sog. RECOVER-Modell. Dabei handelt es sich um ein schweregradgestuftes und sektorenübergreifend koordiniertes Versorgungsmodell, dessen Erprobung durch den Innovationsfonds beim Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) von 2017 bis 2020 gefördert wird.

  5. Zusammenfassung

    Die Bundesrepublik Deutschland verfügt über ein umfangreiches und ausdifferenziertes, allerdings zersplittertes und wenig koordiniertes psychiatrisches Versorgungssystem. Die Hilfsangebote sind regional nicht bedarfsgerecht verteilt und nur mangelhaft in die soziale Infrastruktur der Kommunen eingebettet. Konkurrenz und die zunehmende Ökonomisierung behindern die Kooperation in den regionalen Netzwerken. Die seit der Psychiatrieenquete von 1975 vorgeschlagenen Steuerungsmodelle haben sich als dysfunktional erwiesen.

    In diesem Artikel wird der Frage nachgegangen, was geschehen muss, um den erheblichen Mitteleinsatz zur Behandlung und Betreuung der Betroffenen entlang zeitgemäßer Versorgungskonzepte und ethisch-fachlicher Grundwerte wirksamer zu gestalten.

    Auf der Basis persönlicher langjähriger Beobachtung des Versorgungsgeschehens und verantwortlicher Mitwirkung auf den Ebenen des Bundes, der Länder und Kommunen skizziert der Artikel die Versuche der Koordination und Planung gemeindepsychiatrischer Versorgungssysteme in den letzten 40 Jahren. Anschließend werden vier Ebenen der Psychiatrieplanung verknüpft: individuelle Hilfeleistung, institutionelle Qualitätsentwicklung, regionale Vernetzung und politische Rahmensetzung.

    Die Psychiatriereform braucht mehr denn je gute Planung. Für die Planung von Einzelfallhilfen, die Organisationsentwicklung von Hilfsangeboten, die Zusammenarbeit im regionalen Verbund und die psychiatriepolitische Rahmensetzung empfiehlt sich ein integrierter Ansatz. Ein nachhaltiges und abgestimmtes Engagement der Bundes‑, Landes- und Kommunalpolitik ist unverzichtbar, um dafür die Voraussetzungen zu schaffen. Zu diesem Zweck sollte eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe unter Einbeziehung der kommunalen Spitzenverbände eingesetzt werden, fachlich-konzeptionell unterstützt von einer trialogisch besetzten Expertenkommission.

  6. Zusammenfassung

    Die Reduktion des Alkoholkonsums gehört zu den zentralen Gesundheitszielen in Deutschland, da die negativen gesundheitlichen Folgen eines zu hohen Konsums sehr gravierend, aber vermeidbar sind. Das Versorgungssystem für Menschen mit alkoholbezogenen Störungen umfasst eine Vielzahl von Angeboten, die sich aufgrund der historisch gewachsenen Strukturen auch hinsichtlich der jeweiligen Zuständigkeiten stark überschneiden.

    Alkoholkranke Menschen sehen sich oft erst nach vielen Jahren der Abhängigkeit dazu veranlasst, sich in Behandlung zu begeben. Insbesondere in den Bereichen der Früherkennung und Frühintervention besteht für Menschen mit alkoholbezogenen Störungen bislang eine deutliche Unterversorgung (s. S3-Leitlinie Alkoholbezogene Störungen). Ziel sollte von daher sein, die Kompetenz der verschiedenen Akteure, z. B. von niedergelassenen Ärzten, Krankenhaus- und Pflegepersonal, Psychotherapeuten, Fallmanagern in Jobcentern/Agenturen für Arbeit, dahin gehend zu fördern, alkoholbezogene Störungen in ihrem jeweiligen Handlungsfeld zu erkennen, mit diesen zielorientiert umzugehen, Risikogruppen zu identifizieren und diese entsprechend dem jeweiligen Bedarf z. B. in Angebote zum qualifizierten Entzug, medizinische Rehabilitationseinrichtungen (Entwöhnungsbehandlung) zu vermitteln.

    Im vorliegenden Beitrag werden Entwicklungspotenziale zur Förderung eines frühzeitigen und nahtlosen Zugangs zu Hilfsangeboten am Beispiel ausgewählter Handlungsfelder dargestellt. Betont wird darüber hinaus, dass zur Brückenbildung zwischen den Versorgungssektoren die Implementierung von Fallmanagement erforderlich ist. Abschließend wird auf zentrale Aspekte für die zukünftige weitere Entwicklung des Versorgungssystems für Menschen mit alkoholbezogenen Problemen hingewiesen.

  7. Zusammenfassung

    Hintergrund

    Bei der „Psychosomatischen Sprechstunde im Betrieb“ bieten externe Fachpsychotherapeuten einen innerbetrieblichen Erstkontakt an. Im Gegensatz zum bisher etablierten Erstkontakt in der Regelversorgung wird der Arbeitsplatz explizit mit einbezogen und bei Einverständnis des Patienten eine Verzahnung mit innerbetrieblichen Akteuren hergestellt. Das neue Modell eignet sich zur Früherkennung psychischer Störungen und ist effektiv. Verlässliche Daten zur Zufriedenheit der Nutzer fehlten bisher.

    Fragestellung

    Wie zufrieden sind Nutzer des neuen Versorgungsmodells im Vergleich mit Nutzern der Regelversorgung?

    Material und Methoden

    189 Nutzer aus betrieblichen (n = 91) und in der Regelversorgung etablierten (n = 98) Sprechstunden machten vor Erstkontakt (t1) und 12 Wochen danach (t2) mittels Selbstbeurteilungsinstrumente Angaben zur Zufriedenheit mit dem Angebot (t2), zur Weiterbehandlung (t2) und zur Depressivität (t1, t2). In einer OLS(Ordinary-Least-Squares)-Regressionsanalyse wurde der Einfluss von Behandlungsqualität (klinische Besserung, Weiterbehandlung) und Behandlungsort auf die Nutzerzufriedenheit (abhängige Variable) untersucht, unter Kontrolle der unterschiedlichen Ausgangsdepressivität und des Selektionsbias.

    Ergebnisse

    Je ausgeprägter die klinische Besserung war, desto zufriedener waren die Nutzer (b = 1,2, KI 0,802–1,548). Fand eine Anschlussbehandlung statt, war der Mittelwert (MW) der Zufriedenheit um 1,6 Punkte höher (KI 0,236–2,909). Bei Nutzern der betrieblichen Sprechstunde war der MW der Zufriedenheit um 1,8 Punkte höher als in der Regelversorgung (KI 0,322–3,302).

    Diskussion

    Die „Psychosomatische Sprechstunde im Betrieb“ wird aus der Perspektive der Nutzer positiv in Bezug auf Behandlungserfolg und Dienstleistungsqualität wahrgenommen.

  8. Zusammenfassung

    Die Versorgung psychischer Störungen stellt eine große Herausforderung für das deutsche Gesundheitssystem dar. Wenn Mehrfachdiagnosen vorliegen, leiden die Betroffenen unter einer besonders hohen Krankheitslast. Innovative Behandlungsmodelle für eine integrierte und gestufte Versorgung (Collaborative Care und Stepped Care) sind bisher nur hinsichtlich ihrer Wirksamkeit für singuläre Störungsbilder untersucht worden.

    Das Projekt „Integrierte und gestufte Versorgung psychischer Erkrankungen durch Überwindung sektoraler Behandlungsbarrieren“ (COMET), welches vom Hamburger Netzwerk für Versorgungsforschung (HAM-NET) von 2017 bis 2020 durchgeführt wird, untersucht ein innovatives, leitlinienorientiertes Versorgungsmodell zur Verbesserung der Versorgung von Menschen mit psychischen Störungen unter Einbezug möglicher Komorbiditäten. Dieses neue Stepped- und Collaborative-Care-Modell für Patienten der Primärversorgung, das Hausärzte, Psychiater und Psychotherapeuten sowie Kliniken vernetzt, wird im vorliegenden Beitrag vorgestellt. Zur Implementierung und Förderung des Modells wurden leitliniengerechte Behandlungspfade, ein tabletgestütztes Programm für Screening, Diagnostik und leitliniengerechte Behandlungsempfehlungen sowie eine webbasierte Terminvergabeplattform entwickelt.

    Die aus dem Projekt gewonnenen Erkenntnisse zur Effektivität und Effizienz des Modells können die Entscheidung, ob das Modell zukünftig in die Gesundheitsversorgung übertragen wird, unterstützen. Damit könnte ein entscheidender Fortschritt im Hinblick auf eine stärker integrierte und sektorenübergreifende Versorgung von Patienten mit psychischen Störungen gelingen.

  9. Zusammenfassung

    Die gemeinschaftliche gesundheitsbezogene Selbsthilfe hat sich in den letzten Jahrzehnten zu einem bedeutenden Akteur im Gesundheitswesen entwickelt. Als freiwillige und autonome Zusammenschlüsse von Betroffenen verschiedenster Erkrankungen und ihren Angehörigen organisieren und engagieren sie sich ehrenamtlich. Zunehmend kommt ihnen die Rolle des Mitgestalters der gesundheitlichen Versorgung zu. Als Patientenvertreterinnen und -vertreter wirken viele Selbsthilfeaktive in Landes- und Bundesgremien wie dem Gemeinsamen Bundesausschuss mit. Sie sind damit gleichzeitig Interessenvertreter und Sprecher der von ihnen vertretenen Patienten und Angehörigen.

    Selbsthilfegruppen (SHG) und -organisationen (SHO) bilden spezifische Patientenkollektive, die mehrheitlich die Kooperation mit dem Versorgungssystem suchen. Der Beitrag geht der Frage nach, wie und mit welchen Formen und Möglichkeiten die verschiedenen stationären und ambulanten Versorgungseinrichtungen eine über den einzelnen Patienten hinausgehende kollektive Patientenorientierung und -beteiligung umsetzen (können) und mit welchen Aktivitäten SHG und SHO eine Integration der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe in die Strukturen des Gesundheitssystems vorantreiben.

  10. Zusammenfassung

    In Österreich lässt sich ein stetiges Wachstum der gemeinschaftlichen gesundheitsbezogenen Selbsthilfe beobachten. Selbsthilfeorganisationen stellen vermehrt Ansprüche, als Partner von Gesundheitseinrichtungen akzeptiert und in politische Entscheidungen eingebunden zu werden.

    In der Praxis hat das „Selbsthilfefreundliche Krankenhaus“ weite Verbreitung gefunden. Forschungsergebnisse belegen aber, dass Selbsthilfeorganisationen ihre Interessenvertretungsaktivitäten als wenig erfolgreich einschätzen, obgleich einzelne Zugang zu gesundheitspolitischen Beratungs- und Entscheidungsgremien erlangt haben.

    Insbesondere auf Bundesebene mangelt es bislang an einer systematischen öffentlichen Förderung für Selbsthilfeorganisationen und an günstigen Rahmenbedingungen für kollektive Patientenbeteiligung.

    Diese Lücke wird durch eine aktuelle Initiative der Sozialversicherung in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium und der nationalen Gesundheitsförderungsagentur adressiert. Gemeinsam mit Selbsthilfevertretern wurde ein systematischer Ansatz zur öffentlichen Förderung der Selbsthilfe – insbesondere von Selbsthilfeorganisationen auf Bundesebene – erarbeitet. Er sieht die finanzielle Förderung der Aktivitäten von Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeorganisationen auf Landes- und Bundesebene und die Etablierung zweier neuer Organisationen vor: eines Zusammenschlusses bundesweiter Selbsthilfeorganisationen („Bundesverband Selbsthilfe Österreich“) sowie einer Kompetenz- und Servicestelle für Selbsthilfe (ÖKUSS) mit Fokus auf die Unterstützung von bundesweit tätigen Selbsthilfeorganisationen.

    Die Umsetzung des neuen Förderkonzepts bietet die Chance auf mehr Kooperation zwischen Fördergebern und Selbsthilfe, vom Bundesverband Selbsthilfe Österreich und den Angeboten von ÖKUSS sollen neue Impulse für kollektive Patientenbeteiligung ausgehen.

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